Zeit für Haltung: Weil qualitative Zusammenarbeit nicht nebenbei entsteht. Ein Workshop der SAG NRW zu Multiprofessionalität

Kinder verbringen im Verlauf ihrer Biografie immer früher und zunehmend mehr Zeit in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbildung verstärkt diese Entwicklung. Je mehr Zeit Kinder in Institutionen der Kindheit und Jugend verbringen, desto stärker übernehmen diese neben ihrem Bildungsauftrag auch familienergänzende und -ersetzende Aufgaben (Vgl El-Mafaalani et al. (2025). Kinder – Minderheit ohne Schutz; Kiepenheuer & Witsch, S. 65 – 87). Um diesen gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden, müssen ganztägige Bildungsangebote multifunktionaler werden, weshalb Fachkräfte aus anderen Professionen die Ganztagsbildung mitgestalten und entsprechend zuständige Lehr- und Fachkräfte multiprofessionell zusammenarbeiten.

Der Ruf nach verstärkter multiprofessioneller Zusammenarbeit ist daher nicht nur eine Reaktion den aktuellen Personalmangel, sondern vor allem ein zentrales Qualitätsmerkmal, um Bildungs- und Teilhabechancen nachhaltig zu verbessern. Deshalb wird die Kooperation mit außerschulischen Partnern, insbesondere Trägern der Jugendhilfe, aber auch bspw. mit Partnern aus dem Bereich Sport, Kultur oder Musik sowohl politisch als auch rechtlich gestützt, um mehr multiprofessionelle Zusammenarbeit zu ermöglichen. Doch vereinzelte Zusammenarbeit oder neue Kooperationen allein sichern keine Qualität. Ganz im Gegenteil: eine unstrukturierte interne multiprofessionelle Zusammenarbeit bietet Gefahr für Brüche. Denn ohne gemeinsame Aushandlungsprozesse kann Multiprofessionalität sogar zu Reibungen, Ineffizienzen oder Konflikten führen. Multiprofessionalität ist somit eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Qualität. Eine Qualitätssteigerung durch Multiprofessionalität in der Ganztagsbildung entsteht erst dann, wenn auch die neu entstandene interne multiprofessionelle Zusammenarbeit für alle Professionen als gewinnbringend erfahren und gemeinsam gelebt wird. Dafür braucht es abgestimmte Strukturen, gemeinsame Zielvorstellungen und eine kontinuierliche Teamentwicklung. Unser Workshop soll genau hier ansetzen: Er schärft das Problembewusstsein für typische Bruchstellen und sensibilisiert für die Notwendigkeit einer gemeinsamen Haltung.

Die folgenden vier Module des Workshops bieten euch den angemessenen zeitlichen Rahmen, um an euer Teamentwicklung zu arbeiten. Fünf Zeitstunden sollten dafür eingeplant werden. Zeitlich abgekürzt kann der Workshop, wenn alle Teammitglieder den 1.) Self-Check vorab zuhause erledigen. Ansonsten öffnet mit einem Beamer oder einem anderen Medium für alle sichtbar die Power Point-Folie „Workshop Multiprofessionalität“. Diese begleitet euch strukturiert über den Tag und informiert euch über alle weiteren Schritte und Aufgaben.

keine Lizenzangabe

Sprache(n)

Deutsch

Urheber*in

Serviceagentur Ganztagsbildung NRW

Autor*innen & Beteiligte

–

Institution

Serviceagentur Ganztagsbildung NRW

Veröffentlicht

Ab 2024, kontinuierliche Entwicklung

Versionsstempel

 

Materialart

Power Point-Präsentation, Übungsmaterialien, Organisatorische Hinweise

Fach- und Sachgebiet

Interdisziplinär

Niveau/Zielgruppe

Lehrende; in der Ganztagsbildung tätige Akteur*innen

Schlagwörter

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Technische Hinweise/Barrierefreiheit

–

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