Transfertagung

PrimOER Transfertagung 

Lehre Im Dialog: Erkenntnisse zu neuen Formaten der Kollaboration in PrimOER

Rückblick auf die Transfertagung der PrimOER-Community

13. März 2026 von 9.30 – ca. 14.00 Uhr– Digital über Zoom

Am 13. März 2026 fand die Transfertagung der PrimOER-Community mit 40 Teilnehmenden zum Thema „Lehre im Dialog: Erkenntnisse zu neuen Formaten der Kooperation in PrimOER“ digital statt.

Ziel des Tages war es, zwei Jahre Community-Arbeit zu reflektieren und Potenziale einer Kooperation von Lehrenden im Format einer Open Educational Practice (OEP) für die Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit in der Grundschule in den Blick zu nehmen. Der Tag hat insgesamt eindrucksvoll gezeigt, dass  eine fortlaufende Reflektion der eigenen (Hochschul-) Lehre und der bestehenden Hochschulstrukturen essentiell sind, um Studierende auf eine kooperative und inklusive Grundschule vorzubereiten.

Impulse und Auftakt

Eröffnet wurde die Transfertagung durch Prof.in Dr. Petra Büker, Prof.in Dr. Anna-Maria Kamin, Prof.in Dr. Gudrun Oevel und Dr. Bernadette Bernasconi. Ein Grußwort von Katja Stamm (BMBFSFJ) rahmte den Auftakt.

Keynote: Prof.in Dr.in Mona Massumi

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Keynote von Prof.‘in Dr. Mona Massumi (FH Münster) zum Thema „Offen, gerecht, inklusiv? Potenziale und Grenzen von OER und OEP für Bildungsgerechtigkeit in der Grundschule“.

Ausgehend von empirischen Befunden zu Bildungsungleichheiten, insbesondere im Zusammenhang mit sozialer Herkunft, Migration und Sprache, verdeutlichte sie bestehende strukturelle Benachteiligungen im Grundschulkontext im Sinne einer rassismus- und diskriminierungskritischen Perspektive. Als Potenziale von OER und OEP hob sie Möglichkeiten zur Förderung von Teilhabe, Vielfalt, kollegialer Zusammenarbeit und Mitgestaltung durch anpassbare und diversitätssensible Materialien hervor. Offenheit allein sei jedoch keine Garantie für Gerechtigkeit. Gleichzeitig benannte sie Herausforderungen wie digitale Spaltung, begrenzte Ressourcen, fehlende Leitlinien, Angst vor Fehlern/Kritik sowie das Risiko der (Re-)Produktion von Diskriminierung.

Für die Praxis betonte sie die Notwendigkeit, OER und OEP als Teil einer diversitätssensiblen Schulentwicklung zu verankern und entsprechende Kompetenzen systematisch aufzubauen. Zudem unterstrich sie die Bedeutung struktureller Rahmenbedingungen, Professionalisierung und reflexiver Prozesse in Lehrkräftebildung und Forschung, um die Potenziale von OER und OEP zur Entwicklung hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu nutzen. Die anschließende Diskussion bot Gelegenheit für Nachfragen, Reflexionen sowie erste gemeinsame Denkprozesse.

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Weitere Informationen

2 Jahre Commnity-Arbeit in PrimOER: Wo stehen wir?

Nach der Kaffeepause gab Dr. Bernadette Bernasconi einen Überblick über die Kooperationsformate und Zusammenarbeit der letzten zwei Jahre Community-Arbeit in PrimOER. Dabei können wir auf zwei ereigniserreiche Jahre zurückblicken, wie die nebenstehende Abbildung zeigt.

Die PrimOER-Community umfasst derzeit 142 Mitglieder aus 36 Standorten und arbeitet in sechs aktiven Fokusgruppen. Weitere Gruppen können jederzeit gegründet werden. Gestartet ist die PrimOER-Community im Mai 2024 mit circa. 30 aktiven Hochschullehrenden aus den Vorgängerprojekten. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen für Ihr Engagement in der PrimOER-Community bedanken! Sie alle machen die PrimOER-Community so lebendig.

Ausblick auf die Projektverlängerung

An dieser Stelle konnten wir eine wichtige Perspektive verkünden: PrimOER wird im Zuge einer Pilotierung um ein weiteres Jahr, bis Ende April 2027, gefördert. Inhaltlich wird die bisherige Communityarbeit dabei um einen zusätzlichen Schwerpunkt erweitert. Künftig rücken insbesondere die Ganztagsbildung in der Grundschule sowie die damit verbundene multiprofessionelle Teamarbeit stärker in den Fokus. Dazu ist die Gründung einer neuen Fokusgruppe zum Thema „Multiprofessionelle Teamarbeit im schulischen Ganztag“ geplant. Zudem wird die Zielgruppe um Zielgruppe um pädagogisches Personal erweitert, welches an der Hochschule für den Einsatz im schulischen Ganztag ausbildet.

Lehrende auf dem Weg zur eine Kultur des Teilens – Ergebnisse des Markplatzes der Erkenntnisse (Begleitforschung)

Jana Sophia Löwen präsentierte Ergebnisse der formativen Begleitforschung auf Basis von vier Gruppendiskussionen und zwei Einzelinterviews (qualitativ, Ende 2025/Anfang 2026). Diese zeigen, dass Aspekte wie Verantwortungsübernahme, verbindliche Absprachen und persönliche Beziehungen zentral für eine Kultur des Teilens sind. Weitere Gelingensbedingungen sind u. a. gemeinsame Themen, unterstützende Strukturen und Commitment, während Zeitmangel und Flexibilität Herausforderungen darstellen. Zugleich eröffnet die Kooperation in PrimOER vielfältige Professionalisierungschancen, wie etwa Impulse für die eigene Lehre, die Erweiterung des eigenen Netzwerks und die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung. 

Im Anschluss an den Überblick über die zentralen Kernerkenntnisse konnten sich die Teilnehmenden in einem „Marktplatz der Erkenntnisse“ in fünf Breakout-Sessions vertieft austauschen und diskutieren. Anhand ausgewählter Materialien reflektierten sie gemeinsam mit Mitgliedern des Projektteams ihre Erfahrungen zu Themen, wie u.a. dem PrimOER-Portal, der Kultur des Teilens in der Lehre sowie Perspektiven aus den Fokusgruppen. Vielen Dank für das Engagement und die anregenden Diskussionen. Die entstandenen Ergebnisse und Erkenntnisse wurden zur Weiterentwicklung des Projekts PrimOER in dieser Task Card festgehalten.

Ergebnisse der offenen Diskussionsrunde „Mit Studierenden auf dem Weg zu einer Kultur des Teilens: Wie ist das möglich?“

In der offenen Diskussionsrunde wurden Möglichkeiten diskutiert, Studierende verstärkt in die Kultur des Teilens mit einzubeziehen. Dabei wurde insbesondere betont, dass der Mehrwert von Kooperation für Studierende sichtbar gemacht und ihre Bedeutung transparent vermittelt werden muss.

Ergebnisse, Ausblick und nächste Schritte

Im Anschluss wurden die Tagesergebnisse in der Form einer grafischen Darstellung von der Graphic Recorderin Susanne Ferrari vorgestellt. Abschließend gab Prof.in Dr. Petra Büker einen Ausblick auf anstehende offene Vernetzungsangebote und informierte über die bevorstehende Etablierung einer Filterfunktion in der OER-Sammlung auf dem PrimOER-Portal. Zudem wies sie auf die Erweiterung der PrimOER-Community in Form der neuen Fokusgruppe „Multiprofessionelle Teamarbeit im schulischen Ganztag“ hin.  

Vielen Dank!

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für den regen Austausch und die engagierte Mitwirkung beim Markplatz der Erkenntnisse und in der offenen Diskussionsrunde! Die Transfertagung hat deutlich gemacht, welches Potenzial Kooperation und eine gelebte Kultur des Teilens für eine inklusive und chancengerechte Grundschullehrkräftebildung entfalten können, vor allem im Hinblick auf den Einbezug und die Ausbildung von Studierenden.

Das Projekt auf einen Blick und vorausgegangene Projekte

Laufzeit: 01.05.2024 bis 30.04.2026

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Förderkennzeichen: 01PO23010)

PrimOER baut auf den Erfahrungen und Erkenntnissen zweier Vorprojekte zur Verknüpfung von Inklusion und Digitalisierung in der Lehrkräftebildung über OER und OEP auf:

in­klud.nrw (2020-2022)

„Inklusion digital – Entwicklung einer Online-Lehr-/Lernumgebung für den Einsatz in heterogenitätsorientierten Studiengängen“.

Gemeinsam mit den Partneruniversitäten wurde in diesem Projekt eine innovative digitale Lehr-/Lernumgebung entwickelt, die neben den Fallbeschreibungen von Kindern und Jugendlichen auch hochschulmediendidaktische Angebote wie Aufgabenstellungen und Anregungen für die kreative Gestaltung der Lehre in Online- und Präsenzphasen enthält.
Konkret diente „inklud.nrw“ sowohl der Entwicklung inklusionsorientierter Basiskompetenzen, die gemäß dem Lehrerausbildungsgesetz (2016) als Querschnittsaufgabe der Lehrerbildung an allen NRW-Universitäten fachübergreifend curricular zu verankern ist, als auch dem Erwerb von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen.

Konsortialführer: Universität Paderborn
Konsortialpartner: Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, Universität Siegen
Laufzeit: 07/2020 – 12/2022
Ansprechpartnerinnen an der Universität Paderborn: Prof. Dr. Petra Büker und Dr. Katrin Glawe

Ansprechperson an der Universität Bielefeld: Prof. Dr. Anna-Maria Kamin

Mehr Informationen auf der Projektseite.

In­Di­gO (2021-2023)

In­klu­si­on und Di­gi­ta­li­sie­rung im OER-For­mat ler­nen, wei­ter­ent­wi­ckeln und ver­brei­ten – Leh­rer:in­nen­bil­dung mit OR­CA.NRW

Im Projekt InDigO „Inklusion und Digitalisierung im OER-Format lernen, weiterentwickeln und verbreiten“ wurde in Kooperation mit sieben Hochschulen des Landes NRW untersucht, wie und unter welchen Voraussetzungen Lehrende in Lehramtsstudiengängen die über ORCA.nrw frei zugänglichen Ressourcen zu den Themen Inklusion und inklusive Medienbildung in ihre Lehre einbinden können.

Die Querschnittsthemen Inklusion und Digitalisierung bilden aktuelle und obligatorische Bestandteile des Lehramtsstudiums, sowohl in den Bildungswissenschaften als auch in den Fachdidaktiken aller Schulformen. Das Projekt zielte auf grundlegende, transferfähige Erkenntnisse über Gelingensbedingungen für eine neue ‚Kultur des Teilens‘ von digitalen Ressourcen durch Dozierende und Studierende. Konkret wurde für „InDigO“, universitätsübergreifende Kooperationen von Lehrenden und Studierenden, sogenannte „Learning Communities“, gebildet. Lehrende bearbeiteten in Teams die auf ORCA.nrw verfügbaren OER-Materialien zur Förderung von inklusions- und gleichzeitig digitalisierungsbezogenen Kompetenzen und entwickelten diese weiter. Wie die angestrebte Innovation der Hochschullehre konkret umgesetzt werden kann, welche Bedarfe es bei Studierenden und Lehrenden gleichermaßen zu berücksichtigen gilt und welche Faktoren zu erfolgreichen Lernprozessen bei künftigen Lehrkräften beitragen, wurde im Rahmen eines gestaltungs- und entwicklungsorientierten Forschungsansatzes für den Professionalisierungsbereich „Inklusion“ untersucht und in ein nachhaltiges Nutzungskonzept überführt.

Laufzeit: 12/2021 – 12/2023
Ansprechpartnerinnen an der Universität Paderborn: Prof. Dr. Petra BükerDr. Katrin Glawe und Dr. Jana Herding

Ansprechperson an der Universität Bielefeld: Prof. Dr. Anna-Maria Kamin

Mehr Informationen auf der Projektseite.

Ausführliche Projektergebnisse und Anschlussperspektiven für die Gestaltung von OEP-Formaten unter Einbezug von OER in der inklusiven Grundschullehrkräftebildung sind in einem Themenheft der Zeitschrift MedienPädagogik veröffentlicht (Glawe et al. 2024). (Link zum Open Access)