Kick-Off Sep 26

Figur_Intensivierte Kooperation Lehrender

PrimOER geht weiter!

Kick-off

„Qualifizierung für die multiprofessionelle Gestaltung der inklusiven ganztägigen Grundschule durch interdisziplinäre Kooperation von Hochschullehrenden“

Der Kick-Off für die Verlängerung der PrimOER-Projektphase hat am 29. September im digitalen Format stattgefunden. Ziel des Tages war es, Potenziale einer Kooperation von Lehrenden im Format einer Open Educational Practice (OEP) im Kontext der multiprofessionellen Zusammenarbeit in der Ganztagsförderung in den Blick zu nehmen. Der Tag hat gezeigt, dass die Erweiterung der Community um Perspektiven aus der Ganztagsförderung neue Impulse für die Gestaltung der Lehrkräftebildung setzt und das Interesse an disziplinübergreifender Zusammenarbeit groß ist.

Rückblick auf den Kick-Off der 2. Projektphase der PrimOER-Community

  1. September 2026 von 9.30 – 13.00 Uhr, Digital über Zoom

Am 29. September 2026 fand der Kick-Off für die verlängerte Projektphase der PrimOER-Community mit 47 Teilnehmenden zum Thema „Qualifizierung für die multiprofessionelle Gestaltung der inklusiven ganztägigen Grundschule durch interdisziplinäre Kooperation von Hochschullehrenden“ digital statt.

 

Impulse und Auftakt

Unser Kick-Off wurde durch von der Konsortialleitung eröffnet. Anschließend rahmte Katja Stamm (BMBFSFJ) mit Grußworten den Auftakt.

Projektvorstellung PrimOER & Stimmen aus der Community

Nach der Begrüßung wurde das PrimOER-Projekt durch die Projektkoordination vorgestellt.  Dr. Bernadette Bernasconi gab zunächst einen Überblick über die Kooperationsformate und Zusammenarbeit in PrimOER. Im Mittelpunkt der Projektverlängerung steht die Erweiterung der bislang entstandenen Community in der Primarstufenlehrkräftebildung um Personen, die pädagogisches Personal für einen Einsatz im schulischen Ganztag ausbilden, um gemeinsam eine qualitätsvolle inklusive Grundschulbildung zu fördern und Nachhaltigkeit in der Lehrkräftebildung zu sichern.

Im Anschluss gab Dr. Jana Herding verschiedenen langjährigen Communitymitgliedern die Möglichkeit zu eröffnen, warum sie (immer noch) Teil der Community sind und was sie ganz persönlich bislang aus PrimOER mitgenommen haben und wo sie ihren Mehrwert sehen. Darauf aufbauend erläuterte sie, welchen Fragen wir uns im dritten Förderjahr mit der erweiterten Community im Rahmen der schulischen Ganztagsförderung vertieft widmen werden:

  1. Wie etablieren wir einen fächerübergreifenden Austausch über Ganztagsförderung in der Lehre?
  2. Welche Perspektiven ergeben sich daraus für die multiprofessionelle Gestaltung der inklusiven ganztägigen Grundschule?

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen langjährigen und neuen Communitymitgliedern für ihr Engagement in der PrimOER-Community bedanken, insbesondere bei den Stimmen aus der Community! Sie alle machen die Zusammenarbeit in unserer Community so fruchtbar und gestalten eine inklusive und chancengerechte Lehrkräftebildung mit.

Keynote von Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey (Universität Duisburg-Essen)

Einen inhaltlichen Einstieg und Schwerpunkt für den Tag bildete die Keynote von Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey zum Thema „Vom Nebeneinander zum Miteinander. Ganztagsförderung als Kooperationsaufgabe. Implikationen für die Professionalisierung künftiger Fach- und Lehrkräfte“.

Sie verstand den kindorientierten Ganztag als alltägliche Kooperationsaufgabe zwischen Lehrkräften und sozialpädagogischem Personal. Dabei betonte sie die Potenziale von kooperativer Ganztagsförderung als Element integrierter Präventions- und Bildungsketten, die schulisches Lernen, Kinder- und Jugendhilfe und außerunterrichtliche Angebote in einem Gesamtkonzept verbinden. Darüber hinaus zeigte sie verschiedene Organisationsmodelle der Ganztagsförderung auf, z. B. das Kita-, Träger-, und Schul-Modell mit je unterschiedlichen Rahmen- und Kooperationsbedingungen. Hierbei verdeutlichte sie die Relevanz von multiprofessioneller Kooperation als Schlüssel für Qualität.

Darauf aufbauend gab sie auf Basis der Ergebnisse aus den Projekten „Ganztagsförderung für Grundschulkinder: Organisationsmodelle und Beschäftigungsbedingungen“ (Ganz-OB; Max-Träger-Stiftung bzw. seit 12.2025 Grete-Henry-Hermann-Stiftung) und der Evaluation „DialOGStandorte“ Einblicke in die multiprofessionelle Kooperation in der Praxis der Ganztagsförderung. Anschließend erläuterte sie mit dem Werkzeugkasten „Multiprofessionelle Schulentwicklung aktiv gestalten“ eine Strategie, mit der Schulen multiprofessionelle Kooperation und Veränderungsprozesse aktiv gestalten und Herausforderungen wie Rollenunklarheiten oder Konflikten begegnen können. Zuletzt rückte sie Themen kooperativer Professionalisierung, wie beispielsweise wechselseitige Systemkenntnisse und die Entwicklung einer professionellen Haltung, in den Kontext der Notwendigkeit von multiprofessioneller Kooperation für eine kindorientierte Ganztagsförderung. Als mögliche Formate nannte sie u.a. gemeinsame Seminare verschiedener Fachdisziplinen zum gemeinsamen Lernen unter der Entwicklung und dem Einsatz von OER und OEP. Die anschließende Diskussion bot Gelegenheit für Nachfragen, Reflexionen sowie erste gemeinsame Denkprozesse.

Qualifizierung für den Ganztag durch Kooperation von Hochschullehrenden

Vorstellung von drei beispielhaften Ansätzen für interdisziplinäre Studienbausteine

Ziel unserer Arbeitsgruppen auf Zeit ist die gemeinsame Entwicklung studiengangsübergreifender Studienbausteine für die Qualifizierung im schulischen Ganztag. Lehrende aus verschiedenen Fächern erarbeiten dafür bis Frühjahr 2027 Übungen, Seminarsitzungen, Präsentationen oder Textbausteine, die anschließend als OER in der eigenen Lehre eingesetzt werden können. Um Inspiration und Anschauungsmaterial für das anschließende Brainstorming in Kleingruppen am Kick-Off zu bieten, haben wir drei Beispiele für Studienbausteine zum Thema Ganztagsförderung erarbeitet, die unterschiedliche mediale Darstellungsweisen nutzen. Sie umfassen die folgenden Themen:

  1. Beispiel: PDF-Modulsteckbrief „Was ist Ganztag?“
  2. Beispiel: Präsentation – „Schulischer Ganztag in der kommunalen Bildungslandschaft“
  3. Beispiel: H5P-Element als Medium – „Medienpädagogik und schulischer Ganztag“

Die Bausteine sind alle unter der Lizenz CC BY 4.0 im PrimOER-Portal frei verfügbar. Schauen Sie gerne rein und lassen Sie sich inspirieren.

Ergebnisse der themenspezifischen Breakout-Sessions zur Weiterentwicklung interdisziplinärer Studienbausteine

Im Anschluss an den Überblick über die drei Beispielstudienbausteine konnten sich die Teilnehmenden in drei Breakout-Sessions vertieft austauschen, um erste Impulse für die Entwicklung studiengangsübergreifender Studienbausteine für die Qualifizierung im schulischen Ganztag zu sammeln. Die Gruppen tauschten sich zu Professionalisierung und Rollenverständnis, zu Demokratiebildung, Partizipation und Mitbestimmung sowie zu Kooperation und multiprofessioneller Zusammenarbeit aus. Die Themen sind nicht festgelegt, sondern gehen auf die Bedarfsanalyse zurück, in der hierzu besonders großes Interesse bestand. Die entstandenen Ergebnisse und Erkenntnisse wurden in dieser Task Card festgehalten. Aufbauend sollen im Anschluss an den Kick-Off Arbeitsgruppen auf Zeit zum Thema „Multiprofessionelle Kooperation im schulischen Ganztag“ gegründet werden. Nähere Informationen erhalten Sie über den Newsletter.

 

Save the Date:

Abschlusstagung am 12. März 2027 (online über Zoom)

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für den regen Austausch und die engagierte Mitwirkung bei der Keynote und in den Breakout-Sessions. Der Kick-Off hat verdeutlicht, welches Potenzial in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen und dem Teilen von Ideen für eine inklusive und chancengerechte Grundschullehrkräftebildung und Ganztagsförderung liegt.

Das Projekt auf einen Blick und vorausgegangene Projekte

Laufzeit: 01.05.2024 bis 30.04.2026

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Förderkennzeichen: 01PO23010)

PrimOER baut auf den Erfahrungen und Erkenntnissen zweier Vorprojekte zur Verknüpfung von Inklusion und Digitalisierung in der Lehrkräftebildung über OER und OEP auf:

in­klud.nrw (2020-2022)

„Inklusion digital – Entwicklung einer Online-Lehr-/Lernumgebung für den Einsatz in heterogenitätsorientierten Studiengängen“.

Gemeinsam mit den Partneruniversitäten wurde in diesem Projekt eine innovative digitale Lehr-/Lernumgebung entwickelt, die neben den Fallbeschreibungen von Kindern und Jugendlichen auch hochschulmediendidaktische Angebote wie Aufgabenstellungen und Anregungen für die kreative Gestaltung der Lehre in Online- und Präsenzphasen enthält.
Konkret diente „inklud.nrw“ sowohl der Entwicklung inklusionsorientierter Basiskompetenzen, die gemäß dem Lehrerausbildungsgesetz (2016) als Querschnittsaufgabe der Lehrerbildung an allen NRW-Universitäten fachübergreifend curricular zu verankern ist, als auch dem Erwerb von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen.

Konsortialführer: Universität Paderborn
Konsortialpartner: Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, Universität Siegen
Laufzeit: 07/2020 – 12/2022
Ansprechpartnerinnen an der Universität Paderborn: Prof. Dr. Petra Büker und Dr. Katrin Glawe

Ansprechperson an der Universität Bielefeld: Prof. Dr. Anna-Maria Kamin

Mehr Informationen auf der Projektseite.

In­Di­gO (2021-2023)

In­klu­si­on und Di­gi­ta­li­sie­rung im OER-For­mat ler­nen, wei­ter­ent­wi­ckeln und ver­brei­ten – Leh­rer:in­nen­bil­dung mit OR­CA.NRW

Im Projekt InDigO „Inklusion und Digitalisierung im OER-Format lernen, weiterentwickeln und verbreiten“ wurde in Kooperation mit sieben Hochschulen des Landes NRW untersucht, wie und unter welchen Voraussetzungen Lehrende in Lehramtsstudiengängen die über ORCA.nrw frei zugänglichen Ressourcen zu den Themen Inklusion und inklusive Medienbildung in ihre Lehre einbinden können.

Die Querschnittsthemen Inklusion und Digitalisierung bilden aktuelle und obligatorische Bestandteile des Lehramtsstudiums, sowohl in den Bildungswissenschaften als auch in den Fachdidaktiken aller Schulformen. Das Projekt zielte auf grundlegende, transferfähige Erkenntnisse über Gelingensbedingungen für eine neue ‚Kultur des Teilens‘ von digitalen Ressourcen durch Dozierende und Studierende. Konkret wurde für „InDigO“, universitätsübergreifende Kooperationen von Lehrenden und Studierenden, sogenannte „Learning Communities“, gebildet. Lehrende bearbeiteten in Teams die auf ORCA.nrw verfügbaren OER-Materialien zur Förderung von inklusions- und gleichzeitig digitalisierungsbezogenen Kompetenzen und entwickelten diese weiter. Wie die angestrebte Innovation der Hochschullehre konkret umgesetzt werden kann, welche Bedarfe es bei Studierenden und Lehrenden gleichermaßen zu berücksichtigen gilt und welche Faktoren zu erfolgreichen Lernprozessen bei künftigen Lehrkräften beitragen, wurde im Rahmen eines gestaltungs- und entwicklungsorientierten Forschungsansatzes für den Professionalisierungsbereich „Inklusion“ untersucht und in ein nachhaltiges Nutzungskonzept überführt.

Laufzeit: 12/2021 – 12/2023
Ansprechpartnerinnen an der Universität Paderborn: Prof. Dr. Petra Büker, Dr. Katrin Glawe und Dr. Jana Herding

Ansprechperson an der Universität Bielefeld: Prof. Dr. Anna-Maria Kamin

Mehr Informationen auf der Projektseite.

Ausführliche Projektergebnisse und Anschlussperspektiven für die Gestaltung von OEP-Formaten unter Einbezug von OER in der inklusiven Grundschullehrkräftebildung sind in einem Themenheft der Zeitschrift MedienPädagogik veröffentlicht (Glawe et al. 2024). (Link zum Open Access)